Investitionen in die Zukunft

Informationen zur Gebührenerhöhung ab 1. Oktober 2017


Der durchschnittliche Verbrauchspreis für 1000 Liter Trinkwasser beträgt derzeit bundesweit rund 2 Euro. Der Zweckverband Mittlere Vils liegt seit seiner Gründung im Jahr 1967 jeweils deutlich unter dem Bundesdurchschnitt und zeichnete sich durch eine hohe Preisstabilität aus.

Eine leistungsfähige Trinkwasserversorgung als Basis für eine wirtschaftlich leistungsfähige Gesellschaft gehört in Deutschland zur Kernaufgabe der sogenannten „öffentlichen Daseinsvorsorge“ und liegt daher traditionell überwiegend in den Händen der Kommunen, deren Aufgabe es ist, gemeinwohlorientiert zu handeln. D.h. sie dürfen keine eigenen Profite erwirtschaften, wie beispielsweise private Wasserversorger. Dabei sind sie gehalten, sich selbst zu finanzieren, das heißt, kostendeckend zu arbeiten.

Preisvergleich: Bestes Trinkwasser aus dem Hahn und Mineralwasser aus dem Supermarkt

Große Aufgaben und Herausforderungen für die Wasserversorgung

Zu den Aufgaben kommunaler Wasserversorger gehören Versorgungssicherheit, Qualitätssicherung und Hygiene sowie die Instandhaltung, Sanierung und Modernisierung der komplexen Infrastruktur, damit sie dem neuesten Stand der Technik entspricht. Zudem stellen veränderte Umwelteinflüsse sowie gestiegene Anforderungen an Technik und Energieeffizienz die Wasserversorgungs­unternehmen vor weitere, ganz neue Herausforderungen:

  • Klimawandel – u.a. Vorsorge für mehr Flexibilität aufgrund von Wetterextremen, wie lange Trockenperioden und plötzliche Starkregenereignisse
  • Umweltverschmutzungen – zunehmende externe Schadstoffeinträge
  • Demografischer Wandel – in Zukunft verteilen sich die Kosten für die gestiegenen Anforderungen auf immer weniger Schultern – intelligente Lösungen und noch höhere Kosteneffizienz sind gefragt. Gleichzeitig sinkt der private Wasserverbrauch nicht nur aufgrund sinkender Bevölkerungszahlen und kleinerer Haushalte, sondern auch aufgrund immer Wasser sparender Technologien in den Haushalten.
  • Strenge gesetzliche Vorgaben und technische Standards

Investitionen in Bestand und Zukunft der Wasserversorgung

Auf die Wasserversorger werden demnach künftig große Investitionen zukommen, um die Trinkwasserversorgung auch für die nächsten Generationen in gewohnter und gesetzlich vorgeschriebener Qualität zu sichern. Nach den Jahren des Auf- und Ausbaus der technischen Infrastruktur folgt nun eine Phase der technischen Erneuerung bzw. Modernisierung. Die WMV feierte heuer im Juni ihr 50-jähriges Bestehen und der Lebenszyklus vieler technischer Einrichtungen neigt sich damit seinem Ende zu. Dies wird sich zwangsläufig mittel- und langfristig auf die Gebühren auswirken.

Neue WMV Wassergebühr ab 1. Oktober 2017

Um die geplanten Investitionen für die Zukunft zu sichern, ist eine Erhöhung des Verbrauchspreises notwendig. Diese erfolgt in zwei Stufen:

Ab 1. Oktober 2017 bis 30. September 2019 beträgt die neue Wassergebühr 1,54 Euro pro 1.000 Liter (= 1 Kubik­meter) und ab 1. Oktober 2019 bis 30. September 2021 ist der neue Preis 1,71 Euro pro 1.000 Liter. Jeweils zzgl. 7 Prozent MwSt. Der bisherige Preis betrug 1,03 Euro netto. Die Grundgebühr bleibt auch künftig unverändert bei 90 Euro pro Zähler im Jahr zzgl. MwSt.

Damit liegen die WMV-Wassergebühren auch nach der geplanten Erhöhung weiterhin deutlich unter dem bundesdeutschen Durchschnitt: Ein Liter bestes WMV-Trinkwasser kostet ab 1. Oktober 2017 nur ganze 0,00154 Euro.

Mit der stufenweisen Erhöhung ist das benötigte Investitionsvolumen bis 2021 von insgesamt 12,7 Millionen Euro vollständig abgedeckt und die sichere und hochwertige Versorgung mit Trinkwasser – unserem Lebensmittel Nummer Eins – gewährleistet.

Um die Mehrkosten für den einzelnen Haushalt zu verdeutlichen, folgende Beispiele:

Bei einem Verbrauch von

50 m³ / Jahr
Preis bisher 50 x1,03 = 51,50 € >>> neuer Preis 50 x 1,54 = 77,00 €
entspricht einer monatlichen Mehrbelastung von 2,13 € netto

100 m³ / Jahr
Preis bisher 100 x 1,03 = 103,00 € >>> neuer Preis 100 x 1,54 = 154,00 €
entspricht einer monatlichen Mehrbelastung von 4,25 € netto

150 m³ / Jahr
Preis bisher 150 x 1,03 =154,50 € >>> neuer Preis 150 x 1,54 = 231,00 €
entspricht einer monatlichen Mehrbelastung von 6,38 € netto

Zweiteiliger Wasserpreis sorgt für Gerechtigkeit im Sinne des Gemeinwohls

Die gesicherte Vorhaltung von qualitativ hochwertigem Trinkwasser für alle Bürger lässt sich über eine rein leistungs- d.h. verbrauchsabhängige Gebühr nicht finanzieren. Zum einen fallen grundsätzlich – unabhängig von Größe und Verbrauch – gleichbleibend hohe Fixkosten für Wartung, Instandhaltung, Sanierung und Modernisierung der gesamten Infrastruktur im Versorgungsgebiet an. Je älter eine Anlage dabei ist, desto dringender und kostspieliger wird es.

Zum anderen gehört zu den Aufgaben im Sinne des Gemeinwohls auch das Anschließen von wenig rentablen Haushalten, weil sie beispielsweise vereinzelt, sehr entfernt oder in unwegsamen Gelände liegen. Wobei sich topografische, hydrologische und geologische Faktoren grundsätzlich auf den Wasserpreis auswirken – sowohl auf Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung. Daher auch die teilweise großen regionalen Unterschiede. Deshalb setzt sich der Wasserpreis immer aus zwei Komponenten zusammen – einer fixen Grundgebühr und dem variablen Verbrauchspreis – um eine größtmögliche gerechte Kostenverteilung für alle zu erreichen.

Die wichtigsten WMV Investitionsprojekte 2017 – 2021

  • Bauwerkssanierung
  • Fortlaufende Rohrnetzerneuerung
  • Erneuerung technischer Anlagen
  • Ausbau der Grundwassergewinnung im neuen Erschließungsgebiet

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne auch persönlich zur Verfügung. Sie erreichen uns unter Telefon 08744 / 96120.

Freundliche Grüße
gez.

Peter Eisgruber-Rauscher
Verbandsvorsitzender

Das könnte Sie auch interessieren – Hintergrundthemen:

Projekt-Details des Investitionsplans

Aufgaben der Wasserversorger

Spezielle Herausforderungen

Print Friendly